Arbeitskreis 'Politik'

Cannabis kann man beruhigt legalisieren

AK Politik

Die CDU-Fraktion forderte in der Aktuellen Stunde vom 20. Januar im Landtag verstärkt gegen die Drogenkriminalität vorzugehen. Dagegen ist auch aus unserer Sicht nichts einzuwenden. Jedoch zieht die CDU innerhalb dieses Vorgehens auch verstärkt Maßnahmen gegen die Konsumenten in Betracht, die die PDS ablehnt.

Wir sind der Meinung, dass man über den Weg der Kriminalisierung keinen Beitrag zur Verminderung des Drogenkonsums leistet. Eine offene Debatte über Risiken und Folgen ist mit den Konsumenten nicht möglich, da dieses aus Angst vor Repression sich nicht zu erkennen geben. Auch zeigt die Vergangenheit, dass unter Androhung von Strafen die Zahlen der Erstkonsumenten nicht gefallen, sondern im Gegenteil steigend sind.

Aber auch wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass zumindest "leichten" Drogen mit mehr Entspannung begegnet werden kann.

Das Bundesverfassungsgericht stellte bereits vor fast 11 Jahren am 09. März 1994 fest, dass "das Suchtpotential der Cannabisprodukte als sehr gering eingestuft" wird.

Auch die im März 1999 veröffentlichte Studie des renommierten "Institute of Medicine" der amerikanischen Akademie der Wissenschaften untersuchte im Auftrag der US-Regierung u. a. das Abhängigkeitspotenzial von Cannabis. Laut dieser offizielle Studie entwickelt folgender Anteil unter den Erstkonsumenten folgender Drogen später irgendwann eine Abhängigkeit:

Eine weitere, ebenfalls wissenschaftliche Expertise für Bundesgesundheitsminister a. D. Seehofer (CSU) stellte 1997 fest:

"Der Konsum von Cannabis führt keineswegs zwangsläufig zu einer psychischen Abhängigkeit […]".

Auch die einmalige falsche Anwendung von Cannabis ist weit weniger gefährlich, als der Genuss von Tabak und Alkohol oder gar Kaffee:

Die "leichte" Droge Cannabis ist also nachgewiesener Weise weniger schädlich, als legale Drogen, wie Alkohol und Nikotin. Diese werden jedoch von vielen Jugendlichen bereits in großem Umfang genossen.

Die Europäischen Schülerstudie zu Alkohol und anderen Drogen (April 2004), an der über 11.000 deutsche Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen aller Schultypen teilgenommen haben belegt, dass:

Vertieft man dies, stellt man fest, dass:

Wir stehen jetzt also vor der Frage Konsumenten von weichen Drogen weiter und eventuell stärker zu kriminalisieren. Dies obwohl eine Vielzahl wissenschaftlichen Studien zu der Meinung kommen, dass der Genuss weit weniger gefährlich ist als die Einnahme legaler Drogen, wie Tabak und Alkohol. Dann dieses Verbot aber nicht kontrolliert und umgesetzt bekommen oder weiche Drogen zu legalisieren und endlich anzufangen mit einer radikalen Aufklärung über die Gefahren des Genusses unseres "hochgeschätzten" Alkohols und der Zigarette nebenbei.

Ich komme zu der Meinung, dass Konsumenten von Cannabis nicht weiter kriminalisiert werden sollten und wir gleichzeitig verstärkte Anstrengungen im Bereich der Drogenprävention, egal ob legal oder illegal, zu unternehmen haben.

Fest steht für mich aber auch, dass, unabhängig von Alkohol oder Cannabis, Drogen im Straßenverkehr nichts zu suchen haben.

Torsten Krause
kinder- und jugendpolitischer Sprecher der PDS-Fraktion

AK Politik

aktualisiert: 27.02.2005