
Nein, nicht ganz denn dieses Jahr luden wir unsere polnischen Freunde in die wundervolle Prignitz ein.
Trotz Schneegestöber kamen fast alle am 29. Dezember heil in unserer Unterkunft in Perleberg an. Warum fast alle? Die Wurschzippel hatten eine kleine Begegnung mit einem Baum der aber den Personen im Auto kein Härchen krümmte und die Laune am feiern nicht verdarb.
Am ersten Abend war alles noch recht kühl. Die Deutschen in der einen und die Polen in der anderen Ecke. Zum Glück waren viele ältere Hasen dabei, die das Eis schnell brachen und den Erstkontakt vereinfachten. Bis in die frühen Morgenstunden wurde reger Kontakt hergestellt.
Am Freitag zeigten wir dann den Polen, was unser Land Brandenburg zu bieten hat. Vormittags fuhren wir ins Heimatmuseum auf die Burg Lenzen an der Elbe. Der Fluss und die Jahrhundertflut 2002 standen hier im Mittelpunkt. Viola, die Dolmetscherin der Polen musste eifrig übersetzten, denn es wurde viel nachgefragt. Als Höhepunkt konnten wir dann die wunderbare Aussicht auf die Stadt und die Landschaft auf dem Turm der Burg genießen.
Danach fuhren wir in die Perleberger Altstadt. Es konnte das letzte Mal im Jahr eingekauft werden. Im Anschluss gab es Mittag im Stadtcafe.
Nach einer ganz kleinen Mittagspause fuhren wir dann in die Therme nach Bad Wilsnack zum relaxen und entspannen. Dabei machte das Außenbecken zusammen mit der weißen Winterlandschaft das Badeerlebnis perfekt. Wunderbar sauber und fast ein wenig zu schläfrig ging es wieder in die Unterkunft nach Perleberg zurück.
Die Polen haben eine andere Tradition Silvester zu feiern. Sie feiern den letzten Tag im Jahr mit einer Party und den ersten Tag im neuen Jahr mit einer noch größeren Party. Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, diese Art zu feiern auch hier in Deutschland einzuführen.
Gefeiert wurde in Blüthen in einem ausgebauten Reitstall. Unter den Partygästen war auch der Bürgermeister der Großgemeinde der unsere Gäste ganz engagiert begrüßte. Zum Anfang war es ein wenig kalt im Saal aber nach dem ersten Tanz war auch dieses Problem behoben. Thomas Herbon als DJ sorgte mit seiner Musikauswahl dafür, dass es auch heiß blieb. Gefeiert wurde bis um eins, denn dann fuhren wir alle wieder gemeinsam mit dem Bus nach "Hause".
Samstag, am letzten Tag im Jahr 2005, gab es Frühstück um 9 Uhr. Mit vollem Bauch und viel Kaffee fuhren wir wieder nach Blüthen, von dort startete die geplante Kremserfahrt. Leider ohne Pferd, denn es lag so viel Schnee, dass in den Wäldern die Pferde keine Chance hatten, dort zu laufen. Also wurden 140 Pferdestärken vor den Kremser gespannt und mit Motorkraft ging es in den Wald. Für Mutige wurden zwei Schlitten hinten ran gehangen die nicht eine Sekunde unbesetzt blieben. Ein riesen Spass!
Mitten im Wald, während unserer Pause, sorgten dann die Jungs vom Jugendclub Dalmin und Thomas, der Sohn von Petra Herborn, für warme Finger und volle Mägen. Glühwein, Schmalzstullen, ein schönes Feuer und ein kleines Ständchen der Jäger beendeten den Wintertraum.
Wieder angekommen in Blüthen nutzten Interessierte die Gelegenheit dem Bauern, der die 140 Pferdestärken zur Verfügung stellte, Fragen zu seinem riesigen Hof zu stellen. Kurzer Hand, gab er uns eine kleine Führung. Bauern unter sich, es wurde gefachsimpelt auf Deutsch zu Polnisch und wieder zurück ins Deutsche. Großes Thema war der Eintritt Polens in die EU und die Auswirkungen für die Bauern in Polen. Anschließend gab es einen schönen warmen Gemüseeintopf zum Mittag.
Für diejenigen die noch genügend Power hatten, gab es die Möglichkeit in der Sporthalle Kastädt Volleyball zu spielen. Es wurde sogar ein kleines Turnier ausgetragen. Den Gewinnern winkte ein Meter polnisches Kartoffelwasser.
Dann endlich nach dem Sport, die lang ersehnte Mittagspause. Es konnte sich ausgeruht und Kraft getankt werden für die kommende Silvesterparty.
Gefeiert wurde wieder in Blüthen. Für die passende Musik sorgte Sebastian und Maiki stand hinter der Theke. Zissy und Schnalli kamen noch als Überraschungsgäste vorbei. Mit toller Stimmung und dem ein oder anderem alkoholischen Getränk war null Uhr schnell erreicht.
Ein Ende war aber noch lange nicht in Sicht. Gegen halb sieben gingen dann aber die letzten endlich ins Bett. Leider endete aber die Nacht schon wieder um 10 Uhr. Frühstücken, Sachen wieder packen, Adressen austauschen und schon war alles wieder vorbei.
Besonderer Dank gilt Petra Herbon, die das Programm vorbereitet hat, sich um die Gäste gekümmert hat und so eine wundervolle Silvesterfahrt ermöglicht hat.
Des weiteren gilt unser Dank den Jungs aus dem Jugendclub Dalmin und Thomas. Sie haben sich mit vollem Elan an der Vorbereitung beteiligt und auch mit den polnischen jugendlichen regen Kontakt geknüpft. Als Dankeschön bekommt der Jugendclub von der Landjugend eine Grillparty im Frühjahr geschenkt.
Wir wünschen allen ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2006 und vielleicht sieht man sich ja auf der einen oder anderen Begegnung. Spätestens aber dann, wenn es wieder heißt: Silvesterfahrt. Und dann geht es wieder nach Polen.
Andreas Pförtner
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aktualisiert: 07.01.2006