JuLeiCa-Schulung in Weißwasser

Runde 1: "Also ick fand's jut."

  zweites Wochenende

Ist gar nicht so leicht einen Aufhänger zu finden, wenn man über ein Wochenende schreiben soll, an dem so viel Lustiges gemacht und Interessantes gesagt wurde. Zur Projektvorbereitung macht sich ein Mindmap immer gut, meinte Dirk. Also versuchen wir das mal: JuLeiKa Betreuerschulung - Organisation von Aktionen - Öffentlichkeitsarbeit - Anträge - Spiele - Unihoc. Etwas unübersichtlich, aber das trifft so ziemlich die Inhalte unseres Ausbildungswochenende zum Jugendleiter in Weißwasser.

So gegen Freitagabend war die Gruppe vollständig. Viele mit dem Auto, manche mit Zug oder Motorrad, die meisten aus Berlin. Letztendlich mussten wir alle durch die sächsische Stadt Weißwasser und rein bis tief in den Wald. Da war dann nämlich erst das Kindererholungszentrum, in dem wir übernachten, essen und die Seminare sein sollten.

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Aller Anfang ist schwer. Nach dem Abendbrot und der Zimmeraufteilung ging es erst mal an's Kennenlernen. Gott sei Dank gab es Experten, die sich mit solchen Methoden auskannten. Also Interviews führen und zu jedem Namen eine Eigenschaft zuordnen. Praktischerweise kann man das später anwenden, wenn man wirklich im Ferienlager vor vielen unbekannten Kindern sitzt. Deshalb waren die meisten nämlich hier.

Am ersten richtigen Arbeitstag, also Samstag, ging es schon morgens los. Um acht war Frühstück und schon halb zehn verknoteten wir uns alle mit den Armen an der Raucherinsel oder schubsten einen Luftballon mit den Füßen und Knien in die Luft. So für den Anfang waren Spiele immer gut. Danach gab es eine kleine Runde durchs Gelände. Hier ein Bungalow, dort ein Volleyballfeld, der Pool, die Sporthalle und haufenweise Tischtennisplatten, wie man das so vom Ferienlager kennt.

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Obwohl die Sonne die Atmosphäre draußen immer schöner machte, verbrachten wir den restlichen Tag drinnen. Es galt einen Plan zu erstellen, ob nun zum Ferienlager oder Jugendclub war egal. Hauptsache die Gruppen haben herausgefunden, worin ihre Stärken und Schwächen lagen, welche Ziele und Visionen man hat und welche Möglichkeiten man nutzen möchte, um die Leute in der Umgebung auf das Projekt aufmerksam zu machen. Klingt sehr imaginär und theoretisch, das war es eigentlich auch. Aber wenn man sich die kritische Auswertung zu Herzen genommen hat, kann es eine gute Vorraussetzung sein für den Fall des Falles.

Nach dem Mittag und der ausgiebigen Nutzung der Sporthalle zum Unihoc spielen, gab es eine Präsentation zur Öffentlichkeitsarbeit mit witzigen Anwendungsaufgaben und Beispielen. Ein Flyer für den Horrorstreifen sollte nun mal nicht überwiegend die Farben hellblau und rosa beinhalten. Genauso ist es schon wichtig zu wissen, dass man zum Beispiel Geschäftsleute nicht zu einer Party mit Ein-Euro-Bier erscheinen werden. Wer hätte gedacht, dass ÖA soviel mit Psychologie zu tun hat. Dann wieder eine Gruppenarbeit, damit wir zeigen konnten, was wir gelernt haben.

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Am Abend wurde es dann wieder ein bisschen lustig. Wir waren die Testpersonen für Vertrauensspielchen, die im Ferienlager dann für die Kinder gedacht sind. Also Augen zu, Hände auf die Schultern und ab mit dem "Dampfer" durchs Gelände. Oder eine Runde fallen lassen im Kreis der anderen. Ist nicht unbedingt geeignet für alle Altersklassen.

Nicht mehr ganz so lustig war dann die Gesprächsrunde zum Thema "LesbiGayt". Ist eine ganz schön persönliche Sache. Schimpfwörter kannten wir alle. Aber wie verhalte ich mich, wenn sich zwei Jungs heimlich treffen zum kuscheln? Was mach ich, wenn zwei Mädchen gemobbt werden, weil sie Gefühle füreinander haben? Hat alles etwas mit Gleichberechtigung und Toleranz zu tun.

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Um zehn war offiziell das Programm zu Ende. Ins Bett gegangen ist da aber noch keiner. Lange Gespräche in den Zimmern, Musik hören, telefonieren oder eine lange Nacht in der Sporthalle. Bei Unihoc und Badminton wird man halt nicht müde. Demzufolge war das Aufstehen am nächsten Morgen doppelt so schwer. Auf dem Plan standen auch noch die Finanzen. Wahnsinn was da alles zusammen kommt an Kosten bei zwei Wochen Ferienlager: Übernachtung, Essen, Ausflüge, Messestand, Flyer, Betreuerschulung und und und. Muss ja alles bezahlt werden. Viel untheoretischer wurde es leider auch nicht als die Gruppenarbeit lautete: einen Antrag zur Förderung des Projektes ausfüllen.

Aber das verzeihen wir dem B.B.L. Team. Insgesamt war das Wochenende nämlich ziemlich cool. Zur Erinnerung hat jeder kurz seine Meinung gesagt und es liefen Fotos von uns über dem Beamer, die meisten waren ganz schön blöd getroffen, aber wir sind ja tolerant und nicht nachtragend. Dass Trauer nicht ganz so groß war, lag wohl an der Tatsache, dass wir uns am Wochenende darauf wieder sehen sollten um endlich die Jugendleiterkarte zu kriegen. Außerdem: weitere drei Tage um den tollen Berliner Slang draufzukriegen.

Stefanie Schulze

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aktualisiert: 25.11.2005