JuLeiCa-Schulungen 2005 in Weißwasser

Runde 2: Heißer, feuchter und ein bisschen ernster ()

  erstes Wochenende

Nach einem Wochenende Vorabplanung und Teamarbeit konnte man fünf Tage später die ersten Phasen überspringen. Bis auf manche Fernbleiber und einige Neuankömmlinge kannten wir uns ja schon vom Spielen, Gruppenarbeiten und Grübeln über diverse Kostenplanungen. In der zweiten Runde JuLeiCa Schulung Weißwasser ging's also gleich ans Eingemachte. Natürlich erst nachdem man einige Male in den Pool rein und wieder rausgehopst war. Bei 28° Grad im Schatten ganz verständlich.

Aufgabe Nummer eins am Freitagabend: einmal Kinderbeschäftigung für eine Woche Sommerferien. Jede Gruppe hatte andere Ideen. Sporttuniere und Postkarten basteln, Kanu fahren und Geschichten erzählen. Manchmal sollte es auch in den Saurierpark gehen oder eine Runde Waldeisenbahn fahren. Jedenfalls gab es genug Vorschläge um die Kinder den ganzen Sommer zu beschäftigen.

Die Sonne über Weißwasser meinte es gut und verließ uns auch am Samstag nicht. Da wollten wir uns natürlich erkenntlich zeigen und haben uns nicht in den engen Seminarraum gequetscht. Wir sind umgezogen und zwar in die kühle Turnhalle bzw. und die Schatten spendenden Bäume. Draußen kann man sowieso viel leichter Spiele spielen, was unzweifelhaft zu unserer Ausbildung gehört. Der ernstere Teil am Vormittag drehte sich um Jugendarbeit. Was gibt es da für Arten? Worin besteht die Verantwortung? Und wer ist noch mal für die Erziehung zuständig? Ganz interessante Geschichte, die wird aber noch getoppt durch die psychologische Analyse von Jugendgruppen. Es gibt da nämlich ganz verschiedene: angefangen vom Pärchen bis hin zu riesigen Vereinen. Und immer wieder entwickeln sich diese Phasen: Kennenlernen, Machtkampf, Vertrauen, Differenzierung und Trennung. Dabei bilden sich unter den Personen gewisse Rollen heraus. Wir kennen sie alle: der Besserwisser, die Zicke, den Kasper, die Gerechte, den Schleimer und die sogenannte Spezies der Alphatierchen. Ist alles ganz normal und natürlich. Genauso wie bestehende Klischees. Es ist nun mal die allgemeine Feststellung, dass Männer sich zurück halten müssen um nicht fremd zugehen und dass Frauen von Natur aus lieb, brav und verantwortungsbewusst sind.

Um wieder auf uns als Individuum zurück zu kommen, sollten wir uns selber testen. Wären wir als Betreuer eher autoritär, demokratisch oder doch zu sozial? Fest steht, dass wir alle gute Jugendleiter sein wollen aus den unterschiedlichsten Motivationen heraus: Freude an der Arbeit mit Kindern, Wertevermittlung, Spaß, Selbstbestätigung, Akzeptanz. Das verbindet.

Soviel Stoff an einem Tag geht auf keinen Fall ohne Pausen. Nach dem Mittag waren zwei Stunden Zeit um Hobbys und sonstige Freizeitaktivitäten auszuleben. Das heißt: Volleyball spielen im heißen Sand, Plantschen im kalten Wasser und Dezimieren des übergroßen Zigarettenvorrats. Nach dem Muffins-Essen zum Kaffee um 16 Uhr wurde das Abendbrot mal eben auf 21 Uhr erlebt, Da gab es dann neben Würstchen und Putensteaks vom Grill auch Pizza vom Pizzamann. Das alles am Lagerfeuer mit endlos vielen Mücken und natürlich einer Menge Spaß.

Der nächste Morgen war dann nicht mehr ganz so lustig. Nicht nur auf Grund von Kopfschmerzen und Augenringen, sondern auch wegen des Themas: Ab in den Knast. Taktisch gut den werdenden Betreuern am sechsten von sechs Tagen Schulung die abschreckende Wahrheit vor Augen zu führen. "Eigentlich steht ihr immer mit einem Bein im Knast!", hieß es. Wenn dem Kind etwas passiert werden wir in erster Linie zur Verantwortung gezogen. Von daher ist es ziemlich wichtig die rechtlichen Grundlagen zu kennen. Haben wir ja eigentlich schon mal gehört: Rauchen ab 16, Spielotheken ab 18 und immer schön auf die Altersangaben bei Filmen achten. Wichtig war es dann doch zu wissen, wann genau man wegen Aufsichtspflichtverletzung verantwortlich gemacht werden kann.

Sonntagnachmittag endeten dann zwei Wochenenden mit Dirk, Markus, Fieby und Hacke, auch wenn der diesmal nicht mit da war. Am Schluss haben wir wieder allen Druck Luft gelassen und uns gegenseitig bestaunt, wie bescheuert man an einem Wochenende in die Digicam gucken kann. Danach noch ein tolles Abschlussfotos. Ob wir uns mal wieder sehen? Unklar. Aber es waren Tage, an die man sich bestimmt noch öfter zurück erinnern wird.

Stefanie Schulze

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aktualisiert: 25.11.2005