
Am Donnerstagmorgen um 7 Uhr klingelt mich der Wecker aus meinem viel zu kurzen Schlaf. Bestürzt über die lediglich vier Stunden Schlaf die hinter mir lagen machte ich mich fertig für vier verheißungsvolle Tage in einem mir bis dato unbekanntem Ort.
Als Dirk und ich mit einiger Verspätung in Blossin bei KW eintrafen, waren sämtliche Hauptamtliche der B.B.L. e.V. bereits Vorort und erwarteten mehr oder weniger gespannt die Themen der vor uns liegenden Seminare. Die externe Moderatorin Ulrike war mindestens genauso gespannt auf uns und wollte daher pünktlich beginnen, was zur Folge hatte, dass Dirk und ich kein Frühstück bekamen - kein guter Start für Dirk!
Unter der Flagge der "Erlebnispädagogik" sollten unsere Seminare fahren. Damit stieß Ulrike bei den Regionalstellenleitern vorerst auf heftige Abneigung, da dieses Thema schon zu oft "durchgekaut" wurde. Demotivation und eine "trübe Wetterlage" dominierten also den kompletten Vormittag. Jedoch versteht Ulrike sich sehr gut darin Aufmerksamkeit und Interesse anderer Menschen spielerisch zu wecken. Wir kommunizierten verbal und non-verbal, lernten den Unterschied zwischen Hypothenuse und Katheten kennen, legten eine Autobahn durch Manuelas Garten und identifizierten uns mit Karikaturen. Ulrike erkundigte sich stets was wir gern machen würden bzw. ob wir den einen oder anderen Versuch bereits kennen würden. Schon am Donnerstag Abend stiegen ihre Aktien bei uns wieder.
Am Freitag Vormittag gab es noch einen kleinen Nachtrag zum Thema Kommunikation, bevor wir einen sehr interessanten Vortrag von einem weiterem externen Referenten über Rechtsradikalität hörten, der durch zu warme dünne Luft im Seminarraum leider etwas ermüdend wirkte. Dennoch gab es während der Mittagspause gute Tischdiskussionen zum Thema. Die Regionalstellenleiter - allen voran Anke - stellten immer wieder Fragen, wie sie mit diesem Thema im Jugendclub umgehen könnte. Der Vortrag umfasste Informationen zur Symbolik, Kleidung und Organisation bzw. Verteilung rechtsradikaler Gruppen.
Gegen 15.30 Uhr ergriff Ulrike wieder die Moderation und wir "erlebten weitere Pädagogik". Nun diskutierten wir über Formen von Mobbing (und praktizierten ...) oder Stammtischparolen. Zum Abschluß diskutierte ich noch mit Petra, Manuela und Christine über die Fahrkünste der holden Weiblichkeit, konnte mich nur knapp behaupten und mußte Ulrike bitten mich aus meiner Rolle zu entlassen, da ich Angst hätte.
Zwischen 17 und 19 Uhr traf dann auch endlich das Ehrenamt ein. Meine Verstärkung! Der Großteil von ihnen kam mit völlig anderen Erwartungen als das, was auf sie wartete - SEMINARE. Und wieder gab es Spannungen, da Zotze und ich bspw. lieber als AK-Internet gearbeitet hätten, Totti sich wie Götterspeise fühlte, weil immer nur geredet, aber viel zu selten gehandelt wird... .
Nichtsdestotrotz wurde jetzt erst einmal ordentlich gefeiert und Haupt- und Ehrenamt kamen sich näher. Einige Promille später vermengte man sich gar mit anderen Jugendgruppen, bevor der Schlaf Einen einholte.
Samstag früh stand Ulrike dann mit demselben Problem vorm Ehrenamt, wie zwei Tage früher vorm Hauptamt: Desinteresse und Demotivation bei einigen Teilnehmern. Also ging sie mit uns raus und ließ uns "spielen". Nach zwei Stunden etwa war dann auch hier das Eis gebrochen. Am Nachmittag und am Sonntagvormittag erarbeiteten alle Teilnehmer interessante Fakten, Vorhaben, Probleme, Zukunftsalternativen etc. zur B.B.L. e.V. die nun unbedingt wenigstens zu 50% umgesetzt werden sollten. Ich kann nur für den AK Internet sprechen und Euch sagen, auf uns könnt Ihr zählen! Um welche Themen es im Detail ging und welche Ausarbeitungen es gab, könnt Ihr hier erfahren.
Bevor uns das Hauptamt am Samstagabend verließ gab es noch ein Blitzlicht, das eine sehr gute Stimmung reflektierte. Es wurde mehrfach erwähnt, dass man mit anderen Erwartungen gekommen wäre, letztlich das Seminar jedoch trotzdem sehr effektiv war. Und es wurde das Leck in der BBL-internen Kommunikation bemängelt. Letzendlich waren aber alle Teilnehmer äußerst zufrieden mit dem Wochenende.
Endlich Sonntagnachmittag: LandesMitgliederVersammlung ! Es kamen noch einige Jugendliche wie die Wurschtzippel ran um diesem Ereignis beiwohnen zu können. Es wurde viel geredet, viel abgestimmt, viel zugehört und dergleichen mehr. Zum "Leidwesen" aller waren wir fast termingerecht um 16.15 Uhr fertig und mußten wieder nach Hause fahren.
Fazit: Viel gelernt, viel gefeiert, viel erreicht (zumindest die kritische Selbstdarstellung) » wie immer: SPITZE
Gruß
Doc Evil
Erkenntnis: Management ist, wenn 10 Leute dafür bezahlt werden, was 5 billiger tun könnten, wenn sie zu dritt wären und dav. 2 krank sind
aktualisiert: 25.11.2005