
Einen ganzen Tag hat es gedauert...
... und sie waren fast unzetrtrennlich. Die Rede ist von den Jugendlichen
aus Groß Warnow und Umgebung (Gemeinde Karstädt in der Prignitz) und den
polnischen Jugendlichen aus Wilkowya. Sie trafen sich vom 28.-31. Oktober in
Jarocin, einer Stadt mit etwa 15.000 Einwohnern (?) südlich von Poznan.
Zur Vorgeschichte. Die Kids und Jugendlichen aus Wilkowya waren schon zweimal in Brandenburg zu Gast und immer gab es ein wenig zu wenig Resonanz auf deutscher Seite. Deshalb war die Freude um so größer, als wir mit einer recht großen und netten Truppe aus der Prignitz in Wielkopolski (so heißt die Wojewodschaft) auftauchten. Ganz besonders fasziniert waren die polnischen Mädchen, denn unsere Brandenburger Delegation bestand nur aus Jungs.
Anfangs wirkten sie noch etwas verschüchtert, aber auch sehr "cool", was uns auf der Hinfahrt und in den ersten Stunden etwas Sorgen bereitete - das typische "Machoverhalten" eben - habe ich gedacht. War aber gar nicht so. Alle Groß Warnower hatten sich gut unter Kontrolle, passten auf sich auf und entwickelten ein tolles Verhältnis zu unseren Gastgebern. Ein sehr erfreuliches Ergebnis, denn ein großer Teil unserer Jungs war einige Jahre älter, als die Teilnehmer der polnischen Gruppe.
Das Programm trug wunderbar zur Integration bei. Am Freitag probierten wir (ich weniger) ein Sportzentrum aus. Skaten, Seilklettern, Minigolf und einiges mehr zwang zur Zusammenarbeit. Der Spaßfaktor war hoch. Gestaunt haben viele der Brandenburger, die zum ersten Mal so weit in Polen waren, über den Bauboom und über die Sauberkeit in den Städten. Tja, so ging ein Vorurteil nach dem anderen flöten.
Kleines Seminar am Abend zur Bildung in Polen und Disco. Hier tat sich unsere Gruppe etwas schwer mit dem Tanzen. Das verstand kein Pole - auch ein Unterschied. Es macht wirklich Spaß den Jungs (und Mädchen natürlich auch) beim Tanzen zuzusehen. Sollte ich doch mal einen Tanzkurs machen?
Samstag. Wörterbücher, Hände und Füße, Englisch, Russisch - alles im Dienste der Kommunikation. Unsere Gruppen waren sich ganz offensichtlich näher gekommen. Jut. Zwei Schulen standen auf der Tagesordnung. In der ersten besichtigten wir ein schuleigenes Planetrium - Erstaunen bei den Teilnehmern, was es so an polnischen Schulen gibt. In Wilkowya saßen die beiden Gruppen allein im Klassenzimmer und lernten Liedtexte für das abendliche Lagerfeuer in der jeweils anderen Sprache. Naja - was da alles rauskam...
Lagerfeuer mit Würstchen am Stock und unsere Jungs sangen doch, allerdings weniger "Laurenzia", sondern eher "Eisgekühlter Bumerlunder", offenbar auch ein Hit im Deutschunterricht unseres östlichen Nachbarn. Anschließend Disco - nicht mehr ganz so schrill, wie am Vortag. Und unsere Jungs tanzten, ich wollte es nicht glauben. Ewig lange ging sie, die Disco. Anschließend noch lange Gespräche auf den Zimmern.
Lange Gesichter am Sonntag. Der Abschied. Telefonnummern-Tauschaktionen. Die Aktien der Mobilfunakanbieter müssen am Abfahrtssonntag gestiegen sein - SMS sei dank. Unterschriften auf T-Shirts. Das übliche eben, wenn sich Freunde trennen müssen.
Fazit: Eine tolle Fahrt. Danke an die Gastgeber, für eine engagierte Vorbereitung und wunderbare Durchführung. Gastfreundschaft ebenfalls beeindruckend. Und ich war wieder einmal begeistert: von der Groß Warnower Truppe. Nee, nicht von dem was einige denken (naja, ein bisschen schon). Sie waren offen, haben alle Aktivitäten mitgemacht, sich auf die Jüngeren eingelassen und viel Neues erfahren - Kompliment. Ob sie Lust auf ein Wiedersehen haben? Ich denke ja.
aktualisiert: 25.11.2005