
So langsam müssten wir mit diesem Thema doch eigentlich durch sein oder? Denkste!
Ich bin nun schon so etliche Jahre bei der Landjugend und habe an sehr vielen polnischen Begegnungen teilgenommen. Silvester in Polen, Sportwochenende, Ausschwitz, deutsch-polnisches Ferienlager und nun dieses Deutsch-Polnische Treffen.
Es war einfach genial. Alles hat gepasst, das Objekt, die Leute, das Programm, das Essen na ja und der polnische Wodka…..
Am Donnerstag ging es los, 20 Polen kamen vom ZMW (polnische Landjugend) mit dem Bus über die Grenze nach Weißwasser. Ich bin erst am Freitagabend angereist (Studium). Deshalb kann ich nur wenig über das Programm vom Freitag sagen. Offiziell stand ein Besuch auf einer Gänsefarm und die Fahrt zum Technischen Museum an, denn Thema des Wochenendes war "Agrar bzw. Jugendliche im ländlichen Raum". Verstärkt wurden wir von den Wurstzipfel", eine kleine Punkband aus Trebendorf.
Am Abend fuhren wir in das 20 Kilometer entfernte Nachbardorf der "Wurstzipfel" zum Ministergespräch (Landwirtschaftsminister Dr. Dietmar Woidke). Ich dachte, dass kann ja heiter werden, Jugendliche und Politik. Gesprächsthema war die Entwicklung im ländlichen Raum, Arbeitsperspektive für Jugendliche. Kurz gesagt, was kann man machen um zu verhindern, dass alle abhauen und diejenigen die hier bleiben Arbeit haben. Wir diskutierten, Dirk redete, die Bürgermeister redeten, der Minister redete, ich ab und zu auch, nur unsere Jugendlichen hielten sich zurück.
Ich muss gestehen, es ist auch anstrengend ständig darauf zu warten, bis das Gesagte vom deutschen ins polnische, das polnisch Geantwortete ins deutsche, das deutsch Gesagte ins polnische…… übersetzt wurde. Wer das noch nicht kannte, für den war´s dann auch nicht so spannend. Hinzu kommt noch, dass sich noch keiner so richtig kannte. Aber die ein oder andere Antwort konnte Dirk dann doch noch durch gezielte Fragen bekommen. Das Abschlusswort des Herrn Minister leitete dann auch den gemütlichen Teil ein: "Trinkt Bier und Ihr unterstützt die Landwirtschaft in Brandenburg!" Anschließend sah man dann unseren Ehrengast locker mit einer Gruppe Jugendlicher stehen und debattieren über Arbeit, Trebendorf, seine Zeit auf dem Dorf als er als kleiner Bub…. Echt spannend. Hat´s also doch funktioniert!
Die Trebendorfer zeigten dann den polnischen Besuchern ihr kleines Schlösschen (Jugendclub). Maik der Sprecher des Clubs stellte seinen Freunde und den Club selbst vor. Zwei Zimmer, mit Kohleoffen. In dem einen der Clubraum mit Fernseher und Musik und in dem anderen die Tischtennisplatte. Natürlich wurde auch gleich eine Runde chinesisch gespielt. Dabei war keine Nation der anderen überlegen. Die polnischen Mädchen hielten sich zurück und überließen es ihren Jungs zu zeigen, dass man auch in Polen spielen kann. Der Höhepunkt des Abends war dann wohl das Laurenzia Tanzen. "Lauenzia liebe Laurenzia mein, wann werden wir wieder beisammen sein? Am Mooonatag….." So kann man sich irren, junge Leute und Volkstänze. Die Polen zeigten dann auch noch einen ähnlichen Tanz und der Muskelkater für den nächsten Tag war perfekt.
Am Samstag ging es dann sportlich weiter. Unihock war angesagt. Das ist eine Art Eishockey, nur mit Teppich und statt einer Scheibe hatten wir einen Ball. Nachmittags konnten wir uns in der Therme bei Dampfbad und Whirlpool so richtig entspannen. Das hatten wir auch nötig, denn am Abend hieß es Party! Büffet und Disco. Hier zeigten uns die polnischen Mädchen und Jungs wie man ausgelassen feiert und nach ein oder zwei Bier, stieg der Mut und auch die Deutschen tanzten. Zwischendurch gab es noch einen Tanzkurs. Der "eins, zwei Tipp" der Deutschen und das "eins, zwei, eins" der Polen. Es wurde so alle Sprachen gesprochen die die Schule hergab, Englisch, Russisch, Deutsch, Polnisch ein wenig Französisch kombiniert mit Händen und Füßen. Die Musik war so gegen halb vier aus. Die letzten waren erst um halb acht im Bett.
Am Sonntag gab´s um 9 Uhr Frühstück und so manch einem stand der lange aber schöne Abend ins Gesicht geschrieben. Gegen 11 Uhr war der ganze Spuck auch schon wieder vorbei. Die Polen fuhren mit dem Bus nach Hause und die Trebendorfer schafften es, nach einer kleinen Ausnüchterungspause, ins Auto zu steigen. Am liebsten wäre ich nach diesem Teil nach Hause gefahren, aber es stand ja noch die Klausurtagung des Vorstandes an. (siehe nächsten Beitrag Klausurtagung des Vorstandes in Weißwasser)
Alles in allem war es ein gelungenes Wochenende und wieder einmal war ich sehr überrascht, wie einfach es doch ist, trotz fremder Sprache und Kultur, sich miteinander zu unterhalten. Von außen betrachtet sah man keinen Unterschied, ob da Polen oder Deutsche feierten.
Fazit: Das Deutsch-Polnische Treffen ist zwar ein alter Hut, aber doch immer wieder erfrischend anders.
aktualisiert: 25.11.2005