
Mittlerweile ist es schon bald eine Tradition Silvester mit der ZMW zu feiern. Diese Tradition geht gar zurück bis ins letzte Jahrtausend!
Die Qualität unserer Treffen wird meiner Meinung nach mit jeden Jahr besser. Und um diesem wieder gerecht zu werden, luden uns die Polen abermals nach Zerkow ein, um das Jahr 2004 zu verabschieden und ein verheißungsvolles Jahr 2005 zu begrüßen. Die Resonanz auf die Einladung war so groß, wie lange nicht mehr. 40 Anmeldungen flatterten in die Geschäftsstelle und brachten mittleres Kopfzerbrechen, da wir ursprünglich nur mit maximal 30 Leuten gerechnet hatten ... das ergab ein logistisches Problem, das aber dank einiger freiwilliger "Privatfahrer" gelöst werden konnte.
29.12.2004, die Hinfahrt:
Ca. 30 scheinbar sinn- und ziellos umherlaufende Kreaturen waren das Bild, das sich mir bot, als ich etwa zehn vor zwei auf dem Parkplatz eintraf. Wilde Begrüßungsrituale, erste(?) alkoholische Getränke, angeregte Gespräche, Hektik, Stress und dergleichen mehr. Trotz strenger Organisation von Dirk dauerte es locker eine Viertelstunde bis ich wußte, wo Andrea und ich nun eigentlich sitzen sollten. Nach einigem Hin und Her legten wir tatsächlich fast pünktlich um 14.21 Uhr (laut Palm) ab gen Cottbus. Um 15.46 Uhr rasteten wir das erste Mal und trafen zufällig Anne Anders (Lauri's Schwester), die auf dem Weg nach Tschechien war. Nach 10 Minuten Pinkelpause ging's weiter – die Zeit war knapp!
Um 16.20 erreichten wir dann auch Cottbus um den Rest einzusammeln. Wer hat den Treffpunkt ausgemacht? Gibt es in CB keine richtigen Parkplätze? Naja, mit kurzer Verspätung trafen dann auch die_Andi und die Wurschtzippel ein. Und weiter ging's.
So ziemlich genau um 16.58Uhr (laut Palm) erreichten wir die Deutsch-Polnische Grenze, an der spontan der Transporter der Wurschtlinge gefilzt wurde. Warum nur? So hatten all die Anderen Zeit sich zu entleeren, Geld zu wechseln und Zigaretten zu kaufen.
Papier ist geduldig ... Junge Männer nicht! 17.30 – zweite Pinkelpause in Polen. Irgendwo im absolutem NIX!
Mittlerweile knurrte allen der Magen, Hunger plagte uns und kein McDoof in Sicht. Sogar Dirk hielt nicht inne an größeren Raststellen. Warum weiß ich nicht. Als wir dann endlich mal an einer Tanke hielten, weigerte sich der Besitzer Euro zu akzeptieren! Wieder nüscht.
22.11 Uhr erreichten wir endlich Zerkow. Und: Es gab was zu essen! Dann wurden wir erstmal von Mariusz, Violetta, Sylwia und Adrian begrüßt und bedient. Es gab ein wenig Bier und später noch Wodka von Darek bei einer gepflegten Partie Poker.
Erst war's etwas langweilig – obwohl wir uns in einer großen Runde gelangweilt haben. Ruppi stellte bald fest: Sage etwas, das keiner versteht und lache dazu – dann gibt es garantiert genug die einfach nur mitlachen => halt Gruppenzwang. Ab dem Pokerteil wurde es dann aber doch recht amüsant und locker. Zwischen 4 und 5 Uhr morgens war dann auch der Letzte in seinem (!) Bett verschwunden, nachdem ich mir erlaubt hatte Anne zu taufen.
30.12.2004, der erste Tag:
8.30 Uhr, der Wecker reißt mich aus meinen Träumen, keine Chance für perfekten Halt, der Restwodka schleudert mich sofort wieder zu Boden, ich rapple mich hoch, krieche zur Dusche und der Tag ist gerettet. Beim Frühstück um 9 Uhr sehe lauter Kopfkissen in den Gesichtern der Anderen und freue mich, dass es nicht nur mir so geht!
Verschnaufen? Nein! Programm! 10.30 Uhr Sporthalle! Hier haben wir unseren polnischen Mitstreitern gezeigt wo der Hammer hängt! Den ersten Platz im Volleyball hat eine deutsche Mannschaft errungen (trotz verletztem Praktikanten). Knöfel hat es derweil geschafft sich im Klo einzuschließen – die Rettung hieß Ruppi. Gegen 12.45 Uhr sind wir hungrig wieder zurück ins Objekt marschiert um unsere Mittagsration in Empfang zu nehmen.
Sportlich ging der Tag dann auch in einer Schwimmhalle weiter. Während die meisten von uns sich darauf beschränkten im Vorraum zu schlemmen, haben die Wurschtlinge wenigsten geduscht. Die wenigen Recken von uns, die das kühle Nass in Anspruch nahmen, erkannten das Geheimnis des Whirlpools, in dem ein kleines braunes Etwas schwebte ... . Die erfrischende körperliche Ertüchtigung war dennoch sehr angenehm.
Zwischen 17 und 18 Uhr konnten wir dann in K ... äh K ... k .. k(eine Ahnung mehr wo) shoppen. Wir besetzten zuerst die Bank, die eigentlich um 17 Uhr dicht machen wollte und beschäftigten die Angestellten – WIR WOLLEN KOHLE!!!
Dann ging's los: stangenweise Kippen, literweise Wodka, Bier und Alkoholfreies für den Morgen danach ... .

Um 18 Uhr hatten die Polen eine "Überraschung" für uns geplant. Eben auch in K. . Unser Weg führte uns in eine schmale Gasse zu einer Bar namens "Art Club Rozchulantyna", die so etwas wie einen Szene-Club darstellte. Dort war es sehr schön: es gab ein Buffet, einen DJ der alles von "Tango bis Techno" spielte (leider hat er bis auf Metallica's "Nothing else Matters" den Metal vergessen) und sehr gute Stimmung. Gegen 24 Uhr sammelten wir uns dann vorm Bus, sangen noch ein wenig und fuhren zurück ins Objekt.
Dort angekommen wurde noch ausgelassen weitergefeiert ... aber fragt mich nicht, ich weiß von NIX!!!
31.12.2004, Silvester:
Wieder 8.30 Uhr, selbes Schema. Wieder 9 Uhr und der gleiche Anblick wie 24 Stunden zuvor. Eben Tradition! Und wieder kein Verschnaufen.
Diesmal fuhren wir zu einem Reiterhof, wo es neben Pferden, einem hinkendem Hund, rolligen Zicken, ehemals rolligen Hängebauchschweinen, Hasen und einer Katze auch Kaffee und Tee gab. Ein paar Cowboys und Cowgirls galoppierten gar semiprofessionell über den Acker, andere lachten darüber und wieder andere hatten noch immer mit den Gesichtskopfkissen zu tun. Anschließend bestaunten wir noch einen Biberbau und fuhren zurück zum Mittagstisch.
Nachmittags gab's dann die letzten Vorbereitungen auf Sylvester: SCHLAF! Die letzten Helden verbrachten die Zeit bei Kicker und Karten im Clubraum.
Bis 19 Uhr waren dann lauter umwerfende Schönheiten fertig den Weg zur Partyhöhle zu beschreiten. Beim lauthalsen Kuckuck und Holzmich'l fuhr uns ein kleiner, zum bersten überfüllter polnischer Bus ein paar Dörfer weiter in einen großen, kalten Saal. Dort erwarteten uns Getränke, Fleisch, ein DJ und viele, viele nette Menschen.
Nach den ersten zwei Tänzen fror fast niemand mehr, die Hüllen fielen und entblößten wunderschöne Abendkleider. Bier, Wodka und Wein flossen, die Fanta und der Saft dienten meist nur zum Nachspülen, die Tanzfläche war voll, der Eine oder Andere auch und die Stimmung stieg mit dem Pegel, auch wenn hier und da ein wenig Eifersucht ins Spiel kam.
Die Knallerei um 24 Uhr hielt sich in Grenzen, Melle und Basti gewannen die Tombola, Markus' Geburtstag wurde befeiert und er samt Stuhl durch den Saal getragen. Darüber hinaus wurde der NCS gegründet, über den Ihr in Zukunft mehr hören werdet. Dirk blieb glücklicher Weise nüchtern und fuhr uns zwischen 3 und 4 nach und nach zurück ins Objekt. Ende der Show, schwarzer Streifen, der Vorhang fällt, keine Ahnung!
1.1.2005, Neujahr - der Morgen danach:
Frisch und munter sprang ich aus meinem Bett noch bevor der Wecker läutete, frisch wie neu geboren in den Sonnenaufgang und fing an zu tanzen ... und ungefähr hier endete mein Traum dann mit dem Wecker! Also doch wieder Tradition! Der Showretti bekam kein Wort mehr raus (die Stimme hatte wohl der Kuckuck gestohlen), Paul sah aus als hätte er im Klo gepennt und großartig reden wollt eh keiner – zu anstrengend! Was soll ich noch sagen? Frühstück, Danksagung, Verabschiedung, McDoof, Grenze, CB, Potsdam, Berlin, Bett.
Fazit: Absolute Spitzenklasse (auch wenn ich nicht annähern mit den Polen beim Wodkatrinken mithalten kann). Sowohl die deutschen als auch die polnischen Teilnehmer waren super drauf und ich freu mich auf ein nüchternes Jahr 2005. Da man Traditionen nicht brechen soll, werden wir hoffentlich alle in 362 Tagen wieder mit den Polen Silvester feiern.
Außerdem finde ich es immer wieder erstaunlich, dass so viele eigentlich grundverschiedene Menschen so gut miteinander auskommen können. Das sollte Schule machen und so jeglichen Vorurteilen in den Gesellschaften ein Ende bereiten.
Gruß
S.L. »Der Praktikant« Hacke
Frage des Webmasters: Kann man bestimmte Seiten nicht ins Polnische übersetzen (lassen)? Vielleicht haben die polnischen LaJus auch Interesse an unseren Berichten und Beiträgen?
aktualisiert: 25.11.2005
Vielen Dank für dein Interesse.