
Mit Spaß dabei sein und etwas bewegen. Das ist für viele Landjugendliche die wesentliche Motivation, sich für ihren Club, Dorf, Gemeinde, Stadt oder in dem BBL e.V. für die Interessen der Jugendlichen aus allen Sozialschichten einzusetzen.
Der Berlin-Brandenburgische Landjugend e. V. wurde am 31.12.1990 in Kyritz (OPR) gegründet. Derzeit zählt die Landjugend etwa 1000 Mitglieder, die im Verband als Einzelmitglieder oder als Landjugendgruppe in den mehr als 60 Jugendeinrichtungen, die von dem BBL e.V. betreut werden, tätig sind.
Unser Verband besteht des Weiteren aus dem Landesvorstand, dem geschäftsführenden Bildungsreferenten, den fleißigen Mitarbeitern und dem Spielmobil.
Als anerkannter freier Träger der Jugendhilfe unterstützt der eingetragene Verein junge Menschen im ländlichen Raum und versucht das Leben für sie in den Dörfern, Gemeinden, Kommunen und Städten attraktiver zu machen und so die Abwanderung der jungen Generation einzuschränken. Jugendliche im Alter zwischen 14 und 38 Jahren sind Mitglied des Verbandes, die Hauptaltersgruppe liegt zwischen 16 und 26 Jahren. In vielen Clubs werden aber auch Kinder ab ca. 10 Jahren betreut, weil keine anderen Freizeiteinrichtungen vorhanden sind. Der B.B.L. e.V. versteht sich als Jugendverband hauptrangig für den ländlichen Raum, wirkt aber auch weit über ländliche Regionen hinaus in der Jugendarbeit mit.
Neben der Jugendclubbetreuung, der Jugendsozialarbeit und der Vermittlung bei Konflikten zwischen z. B. Gemeinden und Jugendgruppen bietet der Verband noch eine Reihe von verschiedenen Schwerpunkten wie Jugendarbeit in ländlichen Regionen, Jugendarbeit im Agrarbereich, Projekt und Projektplanung, Politische Bildung, Aktion Ferienspaß, Einsatz für Toleranz und gegen Gewalt, Internationale Jugendarbeit und vieles mehr.
Im Vordergrund steht die Ausbildung von Jugendgruppenleitern, um die ehrenamtliche Struktur in den Clubs zu stärken. Das ist für uns Hilfe zur Selbsthilfe.
Weitere Angebote beziehen sich auf Wochenendfahrten und Exkursionen, z.B. die Internationale Grüne Woche in Berlin, die Brandenburgische Landwirtschaftsausstellung in Paaren/Glien, Deutsch/Polnische Sportwochenenden und vieles mehr.
Im Agrarbereich organisiert die B.B.L. den Berufswettbewerb und in der Zukunft will der Verband die agrarpolitischen Angebote wieder verstärken. Besonders für Auszubildende wollen wir Agrarstammtische anbieten. Allerdings sind dem Engagement des BBL e.V. durch das Fehlen eines Fachreferenten enge Grenzen gesetzt.
Einen wichtigen Aspekt in unserer Arbeit ist der Kontakte zur Polnischen Landjugend (ZMW) in der Region Poznan. Hier gibt es seit 6 Jahren enge Kontakte. In jedem Jahr finden etwa 3 - 4 deutsch-polnische Seminare und 2 - 3 Kinder- und Jugendaustausche statt. Die ZMW besuchte die IGW und die Brandenburgische Landwirtschaftsausstellung. Wir fuhren mit einer Jugendgruppe nach Auschwitz und diskutierten dort mit einer Partnergruppe über die Folgen von Vorurteilen. Besonderen Anklang fand ein gemeinsames Sportwochenende in Polen. Kontakte gibt es auch nach Frankreich und in die Niederlande. Mit diesen Partnern laufen inzwischen trinationale Projekte.
In den Jugendeinrichtungen vor Ort läuft die aktivste Arbeit. Die Gruppen sind sehr aktiv bei der Ausgestaltung dörflicher Traditionen, z.B. beim Zampern (Jugendliche ziehen zur Fastnacht durch das Dorf und "erbetteln" Eier, Schinken, Geld - dafür gibt es vor dem Haus einen Tusch), beim Osterfeuer, Maibaumaufstellen und bei Dorffesten. Regelmäßige Discos, Kindernachmittage, Kegelabende, Volleyball-, Tischtennis- und andere Turniere runden das Geschehen ab. In Abständen treffen sich die Klubvorsitzenden, um sich in ihrer Region abzustimmen und ihre Interessen gegenüber den Gemeinde- und Amtsvertretern zu artikulieren.
Die Organisation von sinnvollen Freizeitbeschäftigungen, das Durchstehen von Konflikten und das Erlernen von Fähigkeiten zur eigenverantwortlichen Führung der Jugendeinrichtungen, ist unser Ziel.
Wir sind zwar ein kleiner Verein, können aber durch unsere zahlreichen Aktivitäten trotzdem mit den großen Jugendvereinen mitreden, .
So zogen z.B. mehr als 70 Jugendliche zu einem Arbeitsamt, zogen jeder eine Karte und blockierten die Arbeit dort so lange, bis es zu einer Entscheidung über die Fortführung der ABM-Stellen kam, um so die Schließung ihrer Clubs zu verhindern. Im Bundestagswahlkampf spielte der Verband "Hase und Igel". Wegen drohender massiver Kürzungen im Landkreis Ostprignitz-Ruppin startete der B.B.L. e.V. Gegenkundgebungen zu Wahlkampfveranstaltungen des Ministerpräsidenten. An zwei Orten im Landkreis trat er auf und immer waren mehr als 300 Jugendliche schon da, um auf ihre Sorgen aufmerksam zu machen. Auch Aktionen vor dem brandenburgischen Landtag wurden durchgeführt sowie eine Sperrung der B 167 um dann den von der Schließung bedrohten Jugendclub auf der Straße einzurichten. Die Kürzungen wurden dann nicht verwirklicht.
Wie ihr merkt, bei uns ist immer was los.
Generell ist aber die Unterstützung der ländlichen Jugendarbeit bzw. der Jugendsozialarbeit allgemein nicht ausreichend. Leider wird hier in den letzten Jahren immer wieder massiv gekürzt. Bei dem jetzigen Stand der Dinge muss man davon ausgehen, dass von dem wenigen Geld, das uns noch zu Verfügung steht, in den nächsten Jahren noch mal die Hälfte gekürzt wird und so die Arbeit aller anerkannten Träger der Jugendarbeit dann fast vor dem Aus stehen wird.
Eine Volksinitiative zur Einführung eines Jugendfördergesetzes ist gescheitert. Die Möglichkeit eines Wahlrechts ab 16 Jahre wurde im Landtag gekippt, weil es die Jugendlichen angeblich nicht wollten.
Eine sehr gute Unterstützung im fachlichen und finanziellen Bereich erhält der B.B.L. e.V. durch das Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung des Landes Brandenburg. Auch der Landesjugendring Brandenburg und das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport unterstützen den Verband.
aktualisiert: 16.09.2006