
Montagfrüh im Land Brandenburg: Erstaunt schauen sich einige Dorfbewohner um, denn ihre Bushaltestelle erstrahlt in neuem Glanz. Schmierereien und Schäden sind beseitigt, bunt bemalt passt das Buswartehäuschen wieder in das schmucke Ortsbild…
Kreatives Land! In 9 Landkreisen haben 1.400 junge Heferinnen und Helfer in 102 Gruppen eine Aufgabe in ihrem Umfeld gesucht und sind diese am vergangenen Wochenende innerhalb von 48 Stunden angegangen.
Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Kindergärten profitieren von neu gestalteten Spielplätzen, bunten Stühlen und selbst gebastelten Spielgeräten; neue Volleyballplätze laden zum Sport treiben ein; Wälder, Straßen und Feuerlöschteiche wurden vom Unrat befreit; auf Friedhöfen und an Kapellen gab es Arbeitseinsätze; Feuerwehren wurden unterstützt; Bushaltestellen und Denkmäler in den Dörfern sind wieder ansehnlich und in einem historischen Bronzezeitdorf unterstützten die Jugendlichen ihren Heimatverein. Neue Grill- und Sitzecken laden zum Treffen ein, an einer Freilichtbühne wurde gearbeitet und es wurde viel gepflanzt.
Eine Gruppe in Grunow (LOS) entschloss sich noch am Freitag spontan zum Mitmachen. Spitzenreiter bei der Beteiligung waren erneut der Landkreis Elbe-Elster mit 32 Gruppen und die Stadt Lauchhammer (OSL) mit allein 16 Gruppen.
Mehr als 48 Stunden und in mehreren Schichten schufteten ca. 20 Jugendliche in Briescht (LOS). Bereits am Donnerstag begannen sie mit dem Ausbau ihres Jugendclubs im Dorf. Dazu gehörte die Renovierung ihres Raumes, das Pflastern des Außengeländes, die Entrümpelung eines Kellers, Maurer-, Ausbau-, Tischler- und Malerarbeiten, um den Kellerraum für die Jugendarbeit nutzbar zu machen. Auch in den Nächten wurde durchgezogen. Mit Begeisterung berichteten die Brieschter Jugendlichen von der Unterstützung vieler Firmen der Region, die meist mit Material weiterhelfen konnten.
In einigen Klubs wurde nicht nur gearbeitet, sondern auch gezeltet und gegrillt. So verbanden zum Beispiel die Kränzliner (OPR) das Nützliche mit dem Angenehmen und waren 48 Stunden lang für die Erfüllung ihrer Aufgaben und für die Festigung ihres Gruppenzusammenhaltes unterwegs.
Gemeindevertreter, Bürgermeister, Amtsdirektoren, Vertreter der Kommunal- und Landespolitik waren in Gruppen zu Gast und lobten das Engagement der Jugendlichen vor Ort. Begeisterung lösten wie in jedem Jahr die Interviews und die öffentlichkeitswirksame Begleitung des Medienpartners BB-Radio aus. Der RBB berichtete in seinem Fernsehprogramm live aus Dabergotz (OPR).
Nicht nur bei Politik und Medien stieß die 48-Stunden-Aktion auf positive Resonanz. Verschiedene Jugendgruppen berichteten davon, dass Einwohner des Ortes mit Verpflegung, Getränken oder dem einen oder anderen Euro vorbeikamen, um ihnen symbolisch auf die Schultern zu klopfen. Unterstützung leisteten viele Firmen und Gewerbetreibende in den Regionen, auch Gemeinde- und Amtsverwaltungen standen mit Rat und Tat sowie mit benötigter Technik zur Verfügung. Generell kann von einem positiven Imagegewinn für die beteiligten Gruppen ausgegangen werden. Neue Kontakte ergaben sich durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Vereinen in den Dörfern.
Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigt, dass sich die während der 48-Stunden-Aktion entwickelte Zusammenarbeit zwischen Jugendlichen, Nachbarn, Firmen und Institutionen vielfach dauerhaft gestaltet. Eine entscheidende Rolle bei der Vorbereitung und Durchführung der 48-Stunden-Aktion vor Ort spielten die Amtsjugendkoordinatoren in den ländlichen Regionen des Landes. Dafür ein herzliches Dankeschön. Sie leiteten die Ausschreibung an die einzelnen Jugendgruppen weiter, motivierten sie zur Teilnahme und unterstützten sie bei der Vorbereitung und Durchführung, ohne ihnen die Eigenverantwortung abzunehmen. Auch in diesem Zusammenhang unterstrichen die Jugendsozialarbeiter ihre herausragende Bedeutung für das Funktionieren der Jugendarbeit/Jugendhilfe in der Fläche.
Dirk Budach
GF Bildungsreferent
aktualisiert: 04.05.2005