
In einem Schreiben an Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe appelliert Matthias Platzeck, sich rechtzeitig Gedanken über die berufliche Zukunft zu machen und ermuntert sie, Chancen in Brandenburg zu nutzen.
Der Landjugendverband begrüßt das Engagement des Ministerpräsidenten durchaus, sich mit der Abwanderung von Jugendlichen aus Perspektivlosigkeit auseinanderzusetzen und sie zu einem Leben im Land Brandenburg zu motivieren.
Allerdings ist der Zeitpunkt für dieses Schreiben sehr ungünstig. Der DGB Berlin-Brandenburg spricht am 30.08.2005 in einer Presseerklärung von etwas mehr als 31.000 BewerberInnen, denen 8.000 betriebliche Ausbildungsplätze gegenüberstehen. 11.800 BewerberInnen sind noch nicht vermittelt worden.
Briefe und Appelle reichen nicht aus. Neben der Schaffung von Rahmenbedingungen für betriebliche Ausbildungsplätze in den Regionen Brandenburgs, also nicht nur im "Speckgürtel", müssen attraktive Verkehrsverbindungen und Freizeitmöglichkeiten erhalten bzw. geschaffen werden.
Die bereits seit Jahren vorgenommenen Kürzungen von Mitteln des Landesjugendplanes und von sozialpädagogischem Personal vor Ort ist das völlig falsche Signal zur Schaffung von Bleibeperspektiven.
Mit Sorge beobachtet der Landjugendverband weiter die Fokussierung der Finanzierung von Jugendarbeit auf den Bereich Schule unter tendenzieller Vernachlässigung der SchulabgängerInnen und Jugendlichen bis 26 Jahren.
Dirk Budach
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aktualisiert: 07.10.2005