Machs mit 16

Werner Brömme

  • Landesjugendplan bis zum Ende der Legislaturperiode 2009:
    • Im Rahmen des Landesjugendplans muss auch in Zukunft proportional zur Anzahl der Jugendlichen ein Beitrag in mindestens der gleichen Höhe wie bisher bereitgestellt werden.
  • Wie wollen Sie sich politisch für attraktive Lebensbedingungen im ländlichen Raum einsetzen?
    • Den Herausforderungen durch den Strukturwandel und die Abwanderung vieler junger Menschen aus Brandenburg gilt es, mit nachhaltigen Konzepten zu begegnen. Dazu gehört für Bündnis 90/Die Grünen, regionale Entwicklungszentren jenseits des "Speckgürtels" um Berlin zu stärken und zu fördern, damit auch hier Arbeitsplätze entstehen und gerade Jugendliche nicht länger zum Fortzug gezwungen sind. Moderne Technologien ermöglichen die Erbringung von Dienstleistungen auch in räumlicher Entfernung zum Kunden. Chancen für die Entstehung neuer Arbeitsplätze und damit Zukunftschancen für junge Brandenburger liegen insbesondere in der Erweiterung der Tätigkeitsfelder in der Landwirtschaft (u.a. bei der Produktion gentechnikfreier Nahrungsmittel sowie nachwachsender Rohstoffe) sowie im bereich des naturnahen Tourismus.
    • Aber attraktive Lebensbedingungen werden allein durch Arbeitsplätze nicht geschaffen. Bündnis 90/Die Grünen werden sich darüber hinaus dafür einsetzen, den Öffentlichen Personennahverkehr auszubauen. Wir brauchen intelligente Verkehrslösungen auch für den dünner besiedelten Raum.
    • Dienstleistungs- und Kommunikationspools in Gebieten mit abbröckelnder Infrastruktur sollen gerade Jugendlichen ortsnahe Angebote für ihre Freizeitgestaltung, für Internetnutzung und für soziale wie politische Aktivitäten machen.
    • Mit Blick auf den Rückgang der Schülerzahlen in Brandenburg geht es uns darum, möglichst viele Schulstandorte zu erhalten. Hier kann man über neue Konzepte wie gemeinsamer Unterricht für Schüler verschiedener Klassenstufen nachdenken. Im Vordergrund steht hier das Ziel, die Schulwege für Schülerinnen und Schüler nicht unzumutbar zu verlängern. Der Rückgang der Zahlen von Schülerinnen und Schüler wollen wir gleichzeitig als Chance nutzen, das in der Sekundarstufe I in unterschiedlichen Schulformen gegliederte System zugunsten einer Schule mit allen Bildungsgängen und Abschlüssen weiterzuentwickeln. Die in Deutschland übliche frühzeitige Sortierung von Kindern auf unterschiedliche Schultypen schafft keine besseren Voraussetzungen für SchülerInnenleistungen.
  • Wie schätzen Sie die Belastung für Familien im Bereich des Schülerverkehrs im ländlichen Raum ein?
    • Wir wissen, dass Eltern Belastungen bei der Beförderung der Schüler auferlegt werden und sind dafür, diese sozial abzufedern.
    • Wir wollen:
      • sozialverträgliche Obergrenzen für die Festsetzung von Elternbeiträgen zu Fahrtkosten auf Landesebene festlegen.
      • Elternbeiträge nur dann, wenn die Schülerfahrkarten breiter genutzt werden können. Eine Möglichkeit wären Teilnetzkarten, die für alle öffentlichen Verkehrsmittel der Region und auch an Nachmittagen und Wochenenden gültig sind, um so Mobilität und größtmögliche Eigenständigkeit für die Schüler und Schülerinnen zu gewährleisten.
      • Eltern, die Kinder erziehen und damit die Zukunft des Landes sichern, müssen entlastet und nicht weiter belastet werden.
  • Unter welchen Voraussetzungen wären Sie für die Herabsetzung der Altersgrenze zum Erwerb des Führerscheins?
    • Bei dieser Frage gehe ich davon aus, dass es sich um einen PKW-Führerschein handelt. Seit vielen Jahren führt Brandenburg die Statistiken an, wenn es um die Zahl der Verkehrstoten geht. Insbesondere junge Menschen sind immer wieder an schweren Verkehrsunfällen beteiligt. Angesichts dieser Tatsache halten wir es nicht für sinnvoll, Jugendlichen schon vor dem 18. Lebensjahr den Erwerb des Führerscheins zu ermöglichen. Für unsere Partei haben Maßnahmen zu mehr Verkehrssicherheit sowie der Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel Vorrang.
  • Sollen leichte Drogen legalisiert werden?
    • Ja, aber nur nicht-synthetisierte Nur mit ja antworten geht bei Drogen nicht, über Sucht und andere Drogen wie Alkohol und Zigaretten sollte in diesem Zusammenhang ebenfalls gesprochen werden.
  • Unter welchen Voraussetzungen sollten Jugendliche ihre Einrichtung allein führen dürfen?
    • Bündnis 90/Die Grünen sind der Meinung, dass Jugendliche und zwar unabhängig von ihrer sozialen Herkunft - an Entscheidungen, die sie betreffen, in altersgerechter Form beteiligt werden sollten. Wir möchten allen Kindern und Jugendlichen Mitwirkung und Mitbestimmung insbesondere in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld ermöglichen durch Formen direkter Beteiligung beispielsweise in Kinder- und Jugendparlamenten oder möglicherweise auch in der Leitung von Freizeiteinrichtungen. Doch letzten Endes können nur volljährige Personen, also Über-18-Jährige, auch volle Verantwortung für viele Entscheidungen übernehmen, denn nur sie sind im juristischen Sinne geschäftsfähig und können juristisch zur Verantwortung gezogen werden.
    • Gleichwohl möchten wir Jugendliche zu mehr politischer Partizipation ermutigen. Als einen ersten und wesentlichen Schritt streben wir die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre an.
  • Politische Schwerpunkte:
    • Wirtschaft, insbesondere Förderung des Mittelstandes
    • Bürokratieabbau

22.03.2005
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